Bewirtungsbeleg: Bei Fehlern nicht mehr steuerlich absetzbar

Schon mit kleinen Fehlern im Beleg sind Bewirtungskosten nicht mehr steuerlich absetzbar. Nach einer Bewirtung sollten Belege sofort geprüft werden. Sind weitere Angaben notwendig, sollten sie immer sofort beigefügt werden.

Wer mit Geschäftsfreunden oder Kunden essen geht, sollte anschließend die Restaurantrechnung genau studieren. Genügt sie nicht den Ansprüchen des Gesetzgebers, dann geht nicht nur der Steuerabzug verloren, sondern auch der Vorsteuerabzug bei der Umsatzsteuer. Besonders unangenehm wird es, wenn das Finanzamt bei einer Außenprüfung unvollständige oder fehlerhafte Belege vorfindet. Dann drohen Steuernachzahlungen.  

Folgende Anforderungen muss ein Bewirtungsbeleg erfüllen:

  • Maschinell erstellt durch eine Registrierkasse
  • Ort der Veranstaltung
  • Rechnungsdatum
  • Rechnungsbetrag inklusive Mehrwertsteuer
  • Anzahl der Teilnehmer
  • Verzehrte Artikel ("Speisen und Getränke" reicht nicht)
  • Genauer Grund für die Bewirtung
  • Unterschrift des Steuerpflichtigen (auch auf beigefügten Ergänzungen)


Liegt der Rechnungsbetrag unter 150 Euro, braucht der Beleg nicht den Namen des Bewirtenden zu tragen. Diese Grenze stammt aus dem Umsatzsteuerrecht. Es handelt sich dabei um Kleinbeträge im Sinne von § 33 USt-DV.

Achtung! Damit es sich um einen Kleinbetrag handelt darf der Rechnungsbetrag höchstens 150 Euro betragen, nicht der 70 prozentige steuerlich absetzbare Anteil der Rechnung. Außerdem gilt der Rechnungsbetrag inklusive Umsatzsteuer.

Wer Geschäftspartner und Kunden in bessere Restaurants ausführt und mit ihnen ausgiebig tafelt, durchbricht schnell die Kleinbetragsgrenze von 150 Euro. In diesem Fall muss die Rechnung noch folgende Angaben enthalten:

  • Name und Anschrift des Bewirtenden
  • Namen der Bewirteten
  • Rechnungsbetrag aufgeschlüsselt nach Steuersätzen sowie Mehrwertsteuersatz und -betrag
  • Steuer- oder Umsatzsteueridentifikationsnummer der Gaststätte


Noch vor Ort sollte sich der Bewirtende davon überzeugen, dass all diese Angaben vollständig auf der Rechnung stehen. Das regelt § 4 Abs. 5 Satz 1 Nr. 2 Satz 3 EStG.

Achtung! Der Bundesfinanzhof (BFH) hat entschieden (Az.: X R 57/09, BFH/NV 2012, 1688), dass der Name der bewirtenden Person nur durch den Gaststätteninhaber selbst oder von einem seiner Mitarbeiter auf der Rechnung eingetragen werden darf. Der BFH bestätigt damit die Einkommensteuerrichtlinie R 4.10 Abs. 8 ff. EStR.

Expertentipps zum Bewirtungsbeleg

  • Maschinelle Rechnung der Gaststätte sofort auf Richtigkeit prüfen. Im Nachhinein sind korrigierte Restaurantbelege nicht oder nur mit hohem Aufwand zu beschaffen.
  • Restaurantbons aus Thermopapier so schnell wie möglich auf Normalpapier kopieren und archivieren. Drucksachen auf Thermopapier verblassen über die Jahre.
  • Fehlende Angaben umgehend nachtragen und beifügen.


Die Steuerberatungsgesellschaft DHPG hat die häufigsten Gründe zusammengetragen, aus denen Finanzämter den Steuerabzug streichen:

  • Fehlende oder unvollständige Angaben zum Bewirtungsbeleg.
  • Schwammiger Bewirtungsgrund: "Geschäftsessen" oder "Besprechung" reicht auf keinen Fall. Der Gastgeber muss mindestens den Grund der Besprechung angeben.
  • Überhöhte Kosten: Bewirtungskosten sollten sich stets im Rahmen dessen bewegen, was in der Branche und zum Anlass üblich ist. Das Finanzamt prüft diese Dinge.


letzte Änderung W.V.R. am 17.09.2015
Erstellt: 19.10.2013 18:10:31
Geändert: 17.09.2015 14:54:11
Autor(en):  Wolff von Rechenberg
Quelle:  Haufe.de, DHPG, BMF, IHK Stuttgart, Oberfinanzdirektion Rheinland-Pfalz
Bild:  AdPic

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Der Autor:
Herr Wolff von Rechenberg
Wolff von Rechenberg betreut als Redakteur die Fachportale der reimus.NET sowie das Controlling-Journal. Der gelernte Zeitungsredakteur arbeitete als Wirtschafts- und Verbraucherjournalist für verschiedene Onlinemedien und versorgt seit 2012 die Fachportale der reimus.NET mit News und Fachartikeln.
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