Männer erzielen beim Jobwechsel doppelt so hohes Gehaltsplus wie Frauen

Ein Jobwechsel bringt Beschäftigten in Deutschland im Schnitt ein Gehaltsplus von 8 %. Doch für Frauen zahlt sich dieser Schritt oft viel weniger aus als für Männer. Das belegt eine aktuelle Befragung unter insgesamt 297 Recruitern und 3.070 Beschäftigten im Rahmen des aktuellen Stepstone Gehaltsreports. Während Männer mit dem Wechsel zu einem neuen Arbeitgeber signifikante Sprünge machen, fällt das Plus für Frauen im Median deutlich geringer aus. Ein wesentlicher Grund für diese Lohnlücke: Viele Beschäftigte empfinden Gehaltsverhandlungen als belastend – ein Unbehagen, das bei Frauen deutlich häufiger auftritt als bei ihren männlichen Kollegen.

"Gehaltsverhandlungen wirken derzeit nicht als Ausgleich, sondern als struktureller Verstärker von Ungleichheit. Solange das Verhandlungsumfeld ungleiche Voraussetzungen schafft, hat Equal Pay ein systemisches Problem", sagt Anna Wittich, Arbeitsmarktforscherin bei The Stepstone Group.

Beim Jobwechsel geht die Schere weiter auseinander

Ein Wechsel des Arbeitgebers gilt grundsätzlich als der größte Hebel für ein höheres Gehalt. Im Durchschnitt bringt er ein Plus von 8 %, während eine Gehaltserhöhung im Rahmen der aktuellen Stelle laut Gehaltsreport nur 4 % mehr Geld bringen. Doch die Analyse offenbart ein messbares Ungleichgewicht. Betrachtet man die Medianwerte, erzielen Männer beim Jobwechsel eine Gehaltserhöhung von rund 10 %, während Frauen lediglich 5 % mehr bekommen. Damit ist der Jobwechsel für Männer doppelt so ertragreich wie für Frauen. Anstatt die Lohnlücke zu schließen, wird der berufliche Neustart so zum Verstärker des Gender Pay Gap (geschlechtsbedingte Entgeltlücke).


Wer sich bei Verhandlungen unwohl fühlt, holt weniger raus

Das subjektive Wohlbefinden in Verhandlungssituationen ist ein entscheidender Faktor für den Erfolg. Allerdings sind Gehaltsverhandlungen für die meisten Arbeitnehmenden eine Stresssituation. Rund 60 % fühlen sich dabei eher oder sehr unwohl. Dieses Unbehagen schlägt sich unmittelbar in den Ergebnissen nieder: Während rund 44 % derjenigen, die sich grundsätzlich bei Verhandlungen wohlfühlen, im vergangenen Jahr eine Erhöhung erhielten, gelang dies nur etwa 32 % der Beschäftigten, die sich dabei unwohl fühlen.

Ein Grund für diesen Druck ist das deutliche Machtgefälle am Verhandlungstisch: Während Fachkräfte oft unsicher in das Gespräch gehen, geben Führungskräfte deutlich häufiger an, sich in Verhandlungssituationen sicher zu fühlen. Für Mitarbeitende entsteht dadurch ein zusätzlicher Nachteil, der bestehende Ungleichheiten weiter verstärkt. "Wie wohl sich Menschen in Verhandlungen fühlen, ist eine Frage der Routine und der Machtverteilung. Wenn eine Seite sicher auftritt und die andere unter Druck steht, verstärkt das bestehende Hierarchien", erklärt Wittich.

Zwischen Generationenwandel und EU-Reform: Transparenz gewinnt an Bedeutung

Ein Blick auf die junge Generation zeigt zudem einen kulturellen Wandel: Beschäftigte unter 30 sprechen deutlich selbstverständlicher über ihr Einkommen als ältere Altersgruppen, und fordern mehr Offenheit bei Gehaltsfragen, beobachtet Wittich: "Mehr Transparenz kann verhindern, dass Gehaltsverhandlungen bestehende Unterschiede weiter vergrößern. Klare Gehaltsangaben und nachvollziehbare Strukturen helfen Beschäftigten, ihren Marktwert realistisch einzuschätzen und informierter in Gespräche zu gehen. Gleichzeitig stärken transparente Kriterien die Fairness im Unternehmen."

Mit der EU-Entgelttransparenzrichtlinie, die 2026 in deutsches Recht umgesetzt werden muss, werden Unternehmen künftig verpflichtet, Gehaltsstrukturen offenzulegen und objektive Kriterien für Vergütungsentscheidungen festzulegen. Bewerbende sollen bereits vor Vertragsabschluss Informationen über das Einstiegsgehalt oder Gehaltsspannen erhalten. Zudem verpflichtet die Richtlinie Unternehmen ab 100 Mitarbeitenden grundsätzlich zur Berichterstattung über den Gender Pay Gap. Die konkrete Ausgestaltung hängt von der nationalen Umsetzung ab.

Über den Stepstone Gehaltsreport 2026

Der Stepstone Gehaltsreport 2026 basiert auf einer der größten Gehaltsdatenbanken in Deutschland mit Gehaltsangaben nach Ort und Region, Berufsgruppe, Branche, Berufserfahrung und vielem mehr. Der Gehaltsreport 2026 ist repräsentativ für die Erwerbsbevölkerung auf Bundes- und Landesebene nach den Kriterien Alter, Geschlecht, Hochschulabschluss und Wirtschaftssektor. Die Gehaltsangaben sind nicht direkt mit denen aus den Vorjahren vergleichbar. Dies resultiert aus Veränderungen in der Auswertungsmethodik und der Zusammensetzung der Stichprobe.

Über die Stepstone Gehaltsbefragung 2026

Um Einstellungen und Erfahrungen rund um das Thema Gehalt zu erfassen, hat Stepstone im Zeitraum vom 14. bis 18.11.2025 insgesamt 297 Recruiter und 3.070 Beschäftigte in Deutschland befragt. Im Mittelpunkt standen Fragen zu Gehaltszufriedenheit, Transparenz, wahrgenommenen Gehaltsstrukturen sowie zur Vorbereitung von Unternehmen auf die kommende EU-Entgelttransparenzrichtlinie. Die Stichprobe wurde nach dem Mikrozensus gewichtet und ist repräsentativ für die deutsche Erwerbsbevölkerung nach Alter, Geschlecht und Bildung.


Erstellt von (Name) S.P. am 05.03.2026
Geändert: 05.03.2026 14:13:16
Autor:  S. P.
Quelle:  The Stepstone Group
Bild:  Bildagentur PantherMedia / Markus Mainka
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