Gesundheitsförderung von der Steuer absetzen

Wer in die Gesundheit der Mitarbeiter investiert, kann das steuerfrei tun. Denn Gesundheitsmaßnahmen sind steuerlich absetzbar. Doch das Finanzamt stellt Bedingungen, die Unternehmen kennen sollten.

Gesundheitsmaßnahmen bis 600 Euro im Jahr frei von Lohnsteuer und Sozialversicherung

Betriebliches Gesundheitsmanagement ist steuerlich absetzbar. Das Finanzamt beteiligt sich an vielen Gesundheitsmaßnahmen, egal ob inner- oder außerbetrieblich, betont der Bundesverband der Bilanzbuchhalter und Controller (BVBC). Für jeden Mitarbeiter kann ein Arbeitgeber für gesundheitsfördernde Maßnahmen bis zu 600 Euro pro Jahr steuer- und sozialabgabenfrei ausgeben. Bei unterjährigen Jobwechseln und Mehrfachbeschäftigungen kann der Freibetrag mehrfach in Anspruch genommen werden. 

Tipp: Erfolgen Gesundheitsmaßnahmen aus überwiegend eigenbetrieblichem Interesse, bleiben sie unter Umständen über den Freibetrag von 600 Euro hinaus steuerfrei, erklärt der BVBC. Allerdings prüft das Finanzamt teurere Maßnahmen besonders gründlich.

Diese Maßnahmen sind steuerlich absetzbar

Die Unterstützung gilt nicht für alle gesundheitsfördernden Maßnahmen. Im Sozialgesetzbuch und im Präventionsleitfaden der Spitzenverbände der Krankenkassen sind die Bedingungen definiert. Der Leitfaden steht auf www.gkv-spitzenverband.de als Download bereit. Seit Jahresbeginn 2014 werden Präventionskurse bundesweit und kassenübergreifend geprüft. Zuständig ist die Zentrale Prüfstelle Prävention der Krankenkassen. Von der Prüfstelle zertifizierte Kurse werden von den Krankenkassen übernommen. Angebote, die die Krankenkassen übernehmen, lassen sich auch von der Steuer absetzen. Dazu zählen beispielsweise: 


Die Ausgestaltung kann in Kursen, Schulungen oder Aktionswochen erfolgen. Entspricht eine Maßnahme nicht dem Präventionsleitfaden der Krankenkassen, schauen die Finanzbehörden sehr genau hin. Grundsätzlich nicht steuerlich absetzbar sind


Kommt der Arbeitgeber für diese Aktivitäten auf, sind die Aufwendungen dafür lohnsteuer- und sozialversicherungspflichtig.

Achtung! Im Zweifelsfall sollten Unternehmen eine Anrufungsauskunft beim Finanzamt einholen, empfiehlt der BVBC. So können Unternehmen vorab klären, welche Maßnahmen tatsächlich steuerbegünstigt sind. 

Gesundheitsförderung im Unternehmen

Ganz wichtig: Gesundheitsfördernde Leistungen müssen zusätzlich zum vereinbarten Arbeitslohn gewährt werden. Gehaltsumwandlungen sind nicht steuerbegünstigt. In der Praxis gewähren viele Arbeitgeber gesundheitsfördernde Maßnahmen anstelle einer Gehaltserhöhung. Die Kosten dürfen auch auf freiwillige Sonderzahlungen angerechnet werden. Begleicht der Arbeitgeber die Kosten nicht direkt, sind auch Barzuschüsse an den Arbeitnehmer möglich.

Gesundheitsförderung von der Steuer absetzen: 7 Fakten

  1. Arbeitnehmer können gesundheitsfördernde Leistungen nicht einfordern.
  2. Der Arbeitgeber muss die Maßnahmen zusätzlich zum Arbeitslohn zahlen, eine Gehaltsumwandlung wird nicht gefördert.
  3. Auszahlungen an den Arbeitnehmer sollten nur erfolgen, wenn die erforderlichen Belege tatsächlich vorliegen.
  4. Gesundheitsmaßnahmen kann der Arbeitgeber direkt bezahlen oder dem Arbeitnehmer erstatten.
  5. Die Maßnahme muss nicht kollektiv allen Mitarbeitern angeboten werden.
  6. Teilnahmebescheinigungen, Rechnungen und eine Leistungsbeschreibung sollten den Lohnunterlagen des Arbeitnehmers beigelegt werden.
  7. Maßgeblich für die Einstufung als gesundheitsfördernde Leistung ist der Präventionsleitfaden der Spitzenverbände der Krankenkassen. Im Zweifel vom Finanzamt die Förderfähigkeit bestätigen lassen.

Stand: 16.22.2020


Erstellt von (Name) W.V.R. am 29.01.2014
Geändert: 16.11.2020 13:11:26
Autor:  Wolff von Rechenberg
Quelle:  BVBC, menschen-und-arbeit.de, IHK Baden-Württemberg, GKV-Spitzenverband, VDEK
Bild:  AdPic
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