Dienstwagen: Steuern sparen mit Einzelbewertung

Im Corona-Lockdown bleibt der Dienstwagen meist in der Garage. Das Home-Office kennt keinen Arbeitsweg. Digitale Konferenzen brauchen keine Dienstfahrten, und Privatfahrten verbietet die Ausgangssperre. Ärgerlich, wenn Arbeitnehmer*innen ihren Dienstwagen dennoch Monat für Monat in voller Höhe versteuern muss. Die Lohnsteuerhilfe Bayern e.V. (Lohi) erklärt, wie man die Steuerlast reduziert.

Ein Dienstwagen ist kein Geschenk des Arbeitgebers. Er muss als geldwerter Vorteil in Form eines Sachbezugs vom Arbeitnehmer versteuert werden, wenn die Möglichkeit zur privaten Nutzung eingeräumt wird. Glück haben Beschäftigte mit Fahrtenbuch. Sie versteuern nur die tatsächlich gefahrenen Kilometer. In der Garage entstehen keine Steuerkosten. In der Regel kommt jedoch die 1-Prozentregel zur Anwendung. Die Versteuerung erfolgt monatlich auf dem Lohnzettel. Ob der Mitarbeiter fährt oder nicht.

Bei einem Bruttolistenpreis des Dienstwagens von 48.000 Euro entstünde jeden Monat eine fiktive Lohnerhöhung um 480 Euro, rechnet die Lohnsteuerhilfe Bayern vor. Fahrten zur Arbeit erhöhen den Arbeitslohn um weitere 0,03 Prozent vom Bruttolistenpreis für jeden Kilometer einfacher Wegstrecke zwischen Wohnung und Büro. Bei einer Entfernung von 30 km muss der Arbeitgeber weitere 432 Euro fiktiv auf den Lohn aufgeschlagen. Von diesem erhöhten Lohn gehen Lohnsteuer, Sozialabgaben und ggf. die Kirchensteuer ab, auch wenn der Dienstwagen sich im ganzen Monat nicht einen Zentimeter bewegt hat.
Die Besteuerungsmethode könne zwar nicht unterjährig oder rückwirkend geändert werden, erklärt Robert Dottl, Vorstandsvorsitzender der Lohi, jedoch sei sie für die Jahressteuererklärung nicht bindend: „Wird in der Steuererklärung anders als in der Lohnbuchhaltung mit einer für die aktuelle Situation günstigeren Methode gerechnet, so führt das wenigstens im Nachhinein zu einem Steuervorteil." Das gilt aber nur dann, wenn der Mitarbeiter seit dem 1. Januar seine Fahrten in einem Fahrtenbuch dokumentiert hat. Ein solches Fahrtenbuch darf auf keinen Fall nachträglich erstellt werden.

Nachträgliche Einzelbewertung zum Steuernsparen

Liegt für das Jahr 2020 kein Fahrtenbuch vor, so kann der Arbeitnehmer in der Einkommensteuererklärung für die Fahrten zwischen Wohnung und Arbeit eine Einzelbewertung vornehmen. Dafür muss er nachweisen können, an welchen tagen er ins Büro gefahren ist. Die Lohi rät, dem Finanzamt auf Anfrage, die Zeiterfassung in der Firma oder den Arbeitszeitkalender des Mitarbeiters vorzulegen. Hat der Arbeitgeber die Anwesenheitstage im Betrieb bestätigt, ist das Finanzamt zufrieden. Die Einzelbewertung und alle Nachweise müssen für das ganze Jahr vorliegen, nicht nur für die Zeit des Lockdowns begrenzt.

Bei der Einzelbewertung bleibt die Ein-Prozent-Methode für die privaten Fahren erhalten. Aber die pauschalen 0,03 Prozent für die Fahrten zur Arbeit können durch 0,002 Prozent des Bruttolistenpreises pro Kilometer einfacher Entfernung zwischen Wohnung und Arbeit für tatsächlich getätigte Fahren ersetzt werden. Diese Methode sei günstiger, wenn weniger als 15 Tage pro Monat in die Arbeit gefahren wurde oder wenn die Arbeitsstätte an weniger als 180 Tagen im Jahr aufgesucht wurde, erklärt der Lohnsteuerhilfeverein. Im Beispiel macht das bei einem Bruttolistenpreis von 48.000 Euro und 30 km Entfernung anstatt der 432 Euro monatlich, nur mehr 28,80 Euro pro Arbeitstag in der Firma aus. Für alle, die die meiste Zeit im Homeoffice verbringen lohne sich diese Korrektur in der Einkommenssteuererklärung.

Erstellt von (Name) W.V.R. am 21.04.2021
Geändert: 22.04.2021 11:18:58
Autor:  Wolff von Rechenberg
Quelle:  Lohnsteuerhilfe Bayern e.V.
Bild:  Bildagentur PantherMedia / crashtackle
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