Barlohn oder Sachlohn: Rechtsgrund entscheidet

BFH-Urteil: Abgrenzung zwischen steuerpflichtigem Barlohn und steuerfreien Sachleistungen

Barlohn oder Sachlohn: Rechtsgrund entscheidet Bei beiden Varianten blieb die monatliche Leistung des Unternehmens für jeden Beschäftigten unter der Freigrenze von 44 Euro. Der BFH stellte jedoch klar, dass es sich einmal um steuerfreien Sachlohn und einmal um zu versteuernden Barlohn handelt. Den Richtern zufolge ist die Gewährung von Krankenversicherungsschutz in Höhe der Arbeitgeberbeiträge Sachlohn, wenn der Beschäftigte aufgrund des Arbeitsvertrags ausschließlich Versicherungsschutz verlangen kann und keine Geldzahlung. Um Barlohn handele es sich hingegen, wenn der Arbeitgeber einen Zuschuss unter der Bedingung zahlt, dass der Arbeitnehmer mit einem bestimmten Anbieter einen Versicherungsvertrag schließt.

Wie die Richter erläutern, handelt es sich nur dann um einen Sachbezug, wenn ein arbeitsrechtliches Versprechen erfüllt werde, das auf Gewährung von Sachlohn gerichtet sei – in diesem Fall auf die Gewährung von Versicherungsschutz. Ein solches Versprechen liege nicht vor, wenn ein Unternehmen den Beschäftigten letztlich nur den Kontakt zu einem Versicherungsunternehmen vermittele und bei Vertragsschluss einen Geldzuschuss zusage. Diese differenzierende Betrachtung verdeutlicht laut BFH die für die Arbeitgeber bestehende Gestaltungsfreiheit.

Erstellt von (Name) W.V.R. am 25.09.2018
Geändert: 20.09.2019 08:33:52
Autor:  Petra Hannen
Quelle:  BFH
Bild:  panthermedia.net / Roland Maier