An hohen Feiertagen reicht Sonntagszuschlag nicht aus

Das Landesarbeitsgericht Düsseldorf jedoch ließ diese Auslegung des Tarifvertrages nicht zu und widersprach damit der Rechtsauffassung der Vorinstanz. Auch wenn der Ostersonntag kein gesetzlicher Feiertag sei, handele es sich um einen hohen Feiertag im Sinne des Tarifvertrages. Den Richtern zufolge umfasst der Begriff des hohen Feiertages nach dem allgemeinen Sprachverständnis zumindest die hohen christlichen Feste Weihnachten, Ostern und Pfingsten in Gänze und damit auch den Oster- und Pfingstsonntag. Auch soweit in anderen Normen der Begriff "hoher Feiertag" Verwendung finde, sei – soweit ersichtlich – Oster- und Pfingstsonntag mit eingeschlossen.

Wie die Richter weiter ausführen, spricht zudem der erkennbare Sinn und Zweck für eine Zahlung des erhöhten Zuschlages für Arbeit an Oster- und Pfingstsonntagen. Die Arbeitnehmer sollen demnach für die besondere Belastung entschädigt werden, die sich daraus ergibt, dass sie bestimmte als besonders wichtig erachtete Tage nicht frei bestimmt und insbesondere nicht im Kreise der Familie verbringen können, sondern stattdessen Arbeitsleistungen erbringen müssen. Diese Beeinträchtigung liege am Ostersonntag mindestens in gleicher Weise vor wie am Ostermontag. Entsprechendes gelte für den Pfingstsonntag. Ein sachlicher Grund, Arbeit an Ostermontag und Pfingstmontag doppelt so hoch zu bewerten wie Arbeit an Ostersonntag und Pfingstsonntag, sei nicht erkennbar.

Erstellt von (Name) W.V.R. am 16.05.2019
Autor:  Petra Hannen
Quelle:  Landesarbeitsgericht Düsseldorf
Bild:  panthermedia.net / vlad star