Ab sofort: Automatischer Austausch von Informationen über Finanzkonten

Mehr Transparenz und Fairness – das ist es, was die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) gemeinsam mit den G20-Mitgliedsstaaten in Sachen Steuern und Finanzen erreichen will. Der erste automatische Informationsaustausch über Finanzkonten zwischen Deutschland und 49 weiteren Staaten und Gebieten hat am 30. September 2017 begonnen, wie das Bundesministerium für Finanzen (BMF) mitteilte.


Worum geht es?


Wer in Deutschland Gewinne erzielt, muss diese auch angemessen versteuern. Die Realität sieht jedoch anders aus: Gelder werden ins Ausland gesandt, Firmensitze in anderen Länder gemeldet und sich somit günstige Steuervorteile verschafft. Wolfgang Schäuble – Bundesminister der Finanzen – ist überzeugt, mit dem automatischen Informationsaustausch für mehr Durchsichtigkeit sorgen zu können: "Internationale Steuerhinterziehung kann wirksam nur durch globale Zusammenarbeit
bekämpft werden. Der automatische Informationsaustausch zu Finanzkonten stellt daher einen Meilenstein dar. In der ersten Runde nehmen neben Deutschland 49 Staaten teil, demnächst werden es über 100 sein. Wer Gelder ins Ausland verlagert hat, muss künftig noch stärker damit rechnen, dass die Finanzämter davon erfahren."


So soll es in Sachen Finanzen gerechter werden


Bereits im Jahr 2014 verabschiedeten die G20 und die OECD den gemeinsamen Meldestandard Common Reporting Standard (CRS). Dieser ist die Basis in Bezug auf den jährlichen automatischen Austausch an Informationen über Finanzkonten. Auf der Berliner Steuerkonferenz 2014 unterzeichneten 51 Staaten eine multilaterale Vereinbarung über diesen neuen Standard. Der CRS ist ein internationales Abkommen, das die internationale Steuerehrlichkeit fördern soll. Für Deutschland ist der Standard im Finanzkonten-Informationsgesetz (FKAustG) geregelt.
Bis heute haben mehr als 50 weitere Staaten und Gebiete zugesagt, den gemeinsamen Meldestandard einzuführen. Weltweit bestehen zwischen allen Teilnehmern bereits über 2.000 bilaterale Austauschbeziehungen. Bei der zunehmenden weltweiten Vernetzung wollen und müssen die Steuerbehörden dank des CRS stärker zusammenarbeiten. Sie versprechen sich dadurch, innerhalb kürzester Zeit das Verschieben von Geldern über ganze Kontinente effektiv verhindern zu können. Gelder sollen vor nationalen Steuerbehörden nicht mehr verborgen werden können.

letzte Änderung W.V.R. am 10.10.2017
Autor(en):  Sandra Janke
Quelle:  DATEV, Commerzbank
Bild:  panthermedia.net / Wavebreakmedia ltd.

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